Die schlimmsten Inhaltsstoffe eine Gefahr für Leib und Leben

Hormonell wirksame Substanzen, allergieauslösende Duftstoffe, Erdöl und Palmöl, krebsauslösende Parabene – unsere alltäglichen Pflegeprodukte können Stoffe enthalten, mit denen man lieber nicht in Berührung kommen möchte und sollte.

 

1. Parabene: Konservierungsstoffe mit Nebenwirkungen

Parabene sind in Kosmetika und Pflegeprodukten oft als Konservierungsstoffe zu finden. Sehr viele herkömmliche Produkte enthalten Paraben-Verbindungen – vom Shampoo bis zur Zahnpasta.

Das Problem: Parabene stehen als Inhaltsstoff in Kosmetik im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Das bedeutet, sie können im Körper so ähnlich wirken wie Hormone – häufig ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Daher sind sie potenziell besonders gefährlich für Schwangere, Föten, Kleinkinder und Jugendliche in der Pubertät.

Nicht alle Paraben-Verbindungen sind gefährlich, einige sind aus Sicht des wissenschaftlichen Komitees der Europäischen Union sogar unbedenklich, wenn bestimmte Konzentrationsgrenzen eingehalten werden. 2015 senkte die EU-Kommission die Höchstkonzentration der Konservierungsstoffe Propylparaben und Butylparaben. Diese beiden Stoffe stehen im Verdacht, das Hormonsystem beeinflussen zu können.

Wiederum andere Parabene lagern sich im Körper an und werden mit Krankheiten und Phänomenen wie Unfruchtbarkeit, Diabetes, verfrühter Pubertät und hormonbedingten Krebsarten wie Brust-, Hoden, und Prostatakrebs in Verbindung gebracht. „Auf die Verwendung von Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben sollte verzichtet werden, bis eine gesundheitliche Bewertung vorliegt“, schreibt das Bundesamt für Risikobewertung (PDF).

Parabene stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

 

Fazit: Da die genauen gesundheitlichen Wirkungen von Parabenen in Pflegeprodukten, vor allem in Verbindung mit anderen Chemikalien, noch nicht ausreichend erforscht sind, empfehlen wir zur Sicherheit darauf zu verzichten. In zertifizierter Naturkosmetik sind Paraben-Verbindungen nicht erlaubt.

Wie erkennt man, wo Parabene drin stecken?

Auf der Inhaltsstoffliste von Kosmetika kann man sie an der Endung „-paraben“ erkennen.

Besonders häufig stehen auf der Inhaltsstoffliste:

  • Methylparabene
  • Ethylparabene
  • Pentylparabene
  • Benzylparabene
  • Phenylparabene
  • Butylparabene
  • Propylparabene
  • Isopropylparabene
  • Isobutylparabene

 

2. Duftstoffe in Kosmetik: ein Problem nicht nur für Allergiker

Es ist einer der häufigsten Inhaltsstoffe in Kosmetik ohne echte Wirkung: Weil wir alle gerne gut riechen – und unseren natürlichen Körpergeruch überdecken –, enthalten fast alle Bodylotions, Duschgels, Deodorants usw. Duftstoffe. Diese werden in der Regel ganz harmlos deklariert, meist als „Parfum“ oder „Fragrance“. Viele Duftstoffe gelten allerdings als bedenklich für die Gesundheit, weil sie Allergien auslösen oder verstärken können.

Potenziell gefährlich sind auch künstliche Moschus-Düfte (polyzyklische Moschusverbindungen): Sie können sich sowohl im menschlichen Körper als auch in der Umwelt anreichern und stehen nicht nur im Verdacht, allergieauslösend zu sein, sondern zeigten sich im Tierversuch auch als hormonell wirksam und sogar krebserregend.

Viele Dufstoffe gelten als allergieauslösend.

 

Wie erkennt man Duftstoffe in Kosmetik?

Die allermeisten Duftstoffe sind auf Kosmetik- und Pflegeprodukten lediglich mit „Parfum“ gekennzeichnet. Lediglich 26 Duftstoffe, die als besonders allergieauslösend gelten, müssen ab einer bestimmten Menge in der Inhaltsstoffliste explizit genannt werden – das betrifft zum Beispiel:

  • Eugenol
  • Cinnamal
  • Citral
  • Limonene
  • Coumarin
  • Citronellol
  • Farnesol



Achtung:

Bedenkliche Duftstoffe kommen nicht nur in konventioneller Kosmetik als häufige Inhaltsstoffe vor, sondern auch in Naturkosmetik. Einige als besonders allergen geltende Duftstoffe wie beispielsweise Coumarin, Citral oder Linalool finden sich sogar recht häufig in Naturkosmetik-Produkten. Wer den Verdacht hat, sensibel auf Duftstoffe zu reagieren, sollte auch bei Naturkosmetik auf duftstofffreie „Sensitiv“-Produkte setzen. Wir empfehlen, auch für Kinder am besten duftstofffreie Pflegeprodukte zu verwenden.

 

3. Tenside/Emulgatoren: Einlass für Schadstoffe

Polyethylenglykol, kurz PEG, und PEG-Derivate sowie Sodium-Lauryl-Sulfate werden als Tenside oder Emulgatoren beispielsweise in Shampoo und Zahnpasta verwendet; sie kommen in sehr vielen Kosmetikprodukten zum Einsatz.

PEG und PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen.

 

PEG und PEG-Derivate können unsere Haut durchlässiger machen – für Wirkstoffe, aber auch für Schadstoffe. Vor allem für gereizte Haut sind sie daher kritisch und können potenziell allergieauslösend sein. Zudem können sie möglicherweise als krebserregend geltende Rückstände von Ethylenoxid enthalten.

Nicht nur unter Gesundheits- sondern auch unter Umweltschutzaspekten sind PEG und PEG-Derivate bedenklich: Die Stoffe werden häufig auf Basis von umweltschädlichem Erdöl hergestellt und sind zudem ab einer bestimmten Molekülmasse schwer abbaubar. Mit Pflegeprodukten wie Shampoo oder Duschgel können sie über den Abfluss in Gewässer gelangen.

Sodium-Lauryl-Sulfate (SLS) trocknen die Haut aus; sie können zu Hautreizungen führen und gelten als potenziell allergieauslösend. So erkennt man PEG/PEG-Derivate

PEG und PEG-Derivate in Kosmetik erkennst du auf der Inhaltsstoffliste

 

  • an der Abkürzung „PEG“ in Verbindung mit einer bestimmten Zahl (zum Beispiel PEG-8, PEG-15, PEG-32)
  • an einem „-eth“ im Namen eines Stoffes. (zum Beispiel Sodium Laureth Sulfat).

 

Sodium-Lauryl-Sulfate sind laut INCI (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe)  auf der Inhaltsstoffliste als solche gekennzeichnet.

In zertifizierten Naturkosmetik-Produkten sind PEG/PEG-Derivate und Sodium-Lauryl-Sulfate nicht zugelassen.

 

4. Aluminium/Aluminiumsalze im Deo

Auch wenn man inzwischen häufig von „Aluminium im Deo“ liest und hört: Genau genommen kommen Aluminiumsalze nur in Antitranspirantien vor, nicht in Deos. Der Unterschied: Deos überdecken in erster Linie den Schweiß-Geruch, während Antitranspirantien das Schwitzen ganz verhindern oder reduzieren sollen. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die beiden Produkte meist synonym verwendet.

Aluminiumsalze sind leicht zu erkennen.

 

Die Aluminiumsalze in den Antitranspiratien verschließen die Poren und hemmen so den Schweißfluss. Durch permanent verstopfte Poren kann ein Schweißstau entstehen, der Hautreizungen und Juckreiz auslösen kann. Noch bedenklicher ist allerdings: Aluminium kann durch die Haut in den Körper gelangen – insbesondere durch gereizte oder verletzte Haut, etwa nach der Rasur.

Aluminium gilt als nervenschädigend und steht im Verdacht, reproduktionstoxische Wirkungen (d.h. Wirkungen auf Fruchtbarkeit und Föten im Mutterleib) zu haben.

Einige Studien haben in der Vergangenheit einen Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs sowie mit Alzheimer-Erkrankungen nahegelegt. Allerdings konnten diese Zusammenhänge bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt werden.

 

Aluminiumsalze im Deo kann man leicht meiden – viele Hersteller verzichten inzwischen darauf. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash.com - Alexa Mazzarello) So erkennt man Aluminiumsalze in Kosmetik

Aluminium ist als Inhaltsstoff in der Regel nicht schwer zu erkennen:

 

  • Es steht auf der Verpackung zum Beispiel als „Aluminium Chlorohydrate“ bzw. Aluminiumchlorid.
  • Da Antitranspirantien grundsätzlich Aluminiumsalze enthalten, kann man auch einfach gezielt auf Produkte verzichten, die die Bezeichnung „Antitranspirant“ oder „Antiperspirant“ tragen.

Aufgrund der öffentlichen Debatte um Aluminium in Deos verzichten inzwischen viele Hersteller auf Aluminiumsalze oder bieten Produkte offensiv als „frei von Aluminiumsalzen“ an. Allerdings sollte man auch bei diesen Produkten genau hinsehen: Frei von Aluminiumsalzen bedeutet leider nicht frei von anderen bedenklichen Inhaltstoffen.

 

5. Erdöl als Kosmetik-Inhaltsstoff: knappe Ressource mit zweifelhaftem Effekt

Erdöl ist in irgendeiner Form in extrem vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten enthalten. Denn: Viele Inhaltsstoffe werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Es ganz zu vermeiden ist daher vor allem in herkömmlicher Kosmetik schwierig.

Hinter den Begriffen „Paraffin“ und „Mineral Oil“ verbirgt sich Erdöl.

 

Zum einen kommt Erdöl in Kosmetika wie zum Beispiel Handcremes oder Lippenstiften als fettende Komponente in Form von Paraffinen vor (zum Beispiel als Paraffinum Liquidum, Isoparaffin) oder auch zum Beispiel als „Wax“ oder Vaseline.

Zum anderen bildet Erdöl den Ausgangsstoff für viele andere Inhaltsstoffe in herkömmlichen Pflegeprodukten – zum Beispiel PEG/PEG-Derivate, einige Duftstoffe, Phthalate oder UV-Filter.

Erdöl ist vor allem aufgrund der zunehmend riskanten Förderung und Verwertung äußerst problematisch für die Umwelt. Als Bestandteil von Pflegeprodukten kann es außerdem hautschädigend sein: Die Haut wird „abgedichtet“, kann nicht atmen und trocknet erst recht aus. Sie wirkt so zwar glatt und weich, erhält aber keine echte Pflege.

 

Lippenstifte und Lippenbalsam enthalten häufig Fette auf Erdölbasis.

 

MOSH und MOAH in Kosmetik

Die Stiftung Warentest und Öko-Test finden regelmäßig Verunreinigungen mit Mineralöl-Substanzen in Pflegeprodukten mit erdölbasierten Inhaltsstoffen. Sogenannte MOSH (Gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) und MOAH (Aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) sind gesundheitlich bedenklich.

MOSH werden vom Körper leicht aufgenommen und können in einigen Organen angelagert werden. MOAH stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Mineralöle sind außerdem biologisch schwer abbaubar.

Wie erkennt man Erdöl in Kosmetik?

Ob Erdöl-basierte Fette als Zutat in Pflegeprodukten stecken, erkennt man zum Beispiel an den Bezeichnungen:

  • Paraffinum Liquidum
  • Isoparaffin
  • (Microcrystalline) Wax
  • Vaseline
  • Mineral Oil
  • Petrolatum
  • Cera Microcristallina
  • Ceresin
  • Ozokerite

Andere Inhaltsstoffe, die auf Basis von Erdöl hergestellt werden, sind deutlich schwerer zu erkennen. Wirklich komplett vermeiden kann man Erdöl in Kosmetik eigentlich nur, indem man konsequent zertifizierte Naturkosmetik verwendet.

 

6. Mikroplastik: immer noch weit verbreitet

Dass Mikroplastik als Inhaltsstoff in Kosmetik ein Problem ist, hat sich in den vergangenen Jahren herumgesprochen. Dennoch kommt es noch immer häufig vor. Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige Kunststoffpartikel, die viele Kosmetikhersteller ihren Produkten zusetzen – etwa als kleine Kügelchen im Peeling oder als Füllstoffe.

Kläranlagen können Mikroplastik derzeit nicht aus dem Abwasser filtern, so gelangen die Kunststoffe in die Umwelt und vor allem in die Meere. Dort verbleiben sie hunderte von Jahren; welchen Schaden sie dabei bei Meeresorganismen anrichten, ist heute noch kaum absehbar.

Noch immer steckt Mikroplastik als Inhaltsstoff in vielen Kosmetika.

Wie erkennt man Mikroplastik in Kosmetik?

Viele Kosmetikhersteller behaupten inzwischen, auf Mikroplastik zu verzichten oder bald verzichten zu wollen. Doch die meisten Unternehmen verstehen darunter ausschließlich feste Plastikpartikel, wie sie zum Beispiel in Peelings und Duschgels vorkommen.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND warnen aber vor deutlich mehr Kunststoffen in Kosmetika und fassen unter den Begriff Mikroplastik auch Kunststoffe (Polymere), die wasserlöslich sind oder in den Produkten in flüssiger, gelförmiger, wachsförmiger Struktur oder in Nanogröße vorkommen können.

Übereinstimmend raten Greenpeace und BUND von folgenden Inhaltsstoffen in Kosmetika ab:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethylenterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)

Allerdings finden wir, dass auch alle anderen synthetischen Polymere in Kosmetikprodukten unnötig sind und raten davon ab – wir bezeichnen diese Stoffe oft als „Mikroplastik im weiteren Sinne“. Das betrifft zum Beispiel die Stoffe

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyacrylate (PA)

 

Fazit: Wir raten, wann immer möglich, auf Kunststoffe in Kosmetika zu verzichten. Auf der sicheren Seite bist du mit zertifizierter Naturkosmetik – hier sind erdölbasierte Polymere nicht zugelassen.

 

7. Palmöl: Ist fast überall drin

Palmöl steckt in extrem vielen Pflegeprodukten.

 

Palmöl findet sich nicht nur in sehr vielen Lebensmitteln, sondern auch als Inhaltsstoff in extrem vielen Kosmetika, da es rückfettend und antioxidativ wirkt und vor allem, weil es für die Hersteller billig zu bekommen ist.

Palmöl (häufig gekennzeichnet als „Palmitate“) ist zwar nicht unbedingt schädlich für unsere Gesundheit, zumindest nicht als Kosmetik-Inhaltsstoff. Aber für die Umwelt ist der massenhafte Einsatz eine Katastrophe.

Die immer weiter steigende Nachfrage nach billigem Palmöl führt vor allem in Südostasien zu gewaltigen Umweltzerstörungen. Wertvoller Regenwald wird durch Brandrodung hektarweise vernichtet – das ist nicht nur traurig, sondern eine ernste Gefahr für die Artenvielfalt, die lokale Bevölkerung und das Weltklima.

Für Palmöl wird der Regenwald gerodet.

 

Wie erkenne ich Palmöl in Kosmetik?

Es ist beinahe unmöglich, den Überblick über all die verschiedenen Bezeichnungen zu behalten, hinter denen sich Palmöl verbirgt. Zum Beispiel bezeichnen fast alle Inhaltsstoffe, die den Wortbestandteil „palm“ oder „palmitate“ haben Palmöl.

Viele Inhaltsstoffe können, müssen aber nicht Palmöl als Basis haben; so kann es sich zum Beispiel hinter den Begriffen Cetearyl Alcohol, Glyceryl Stearate oder Stearic Acid verbergen.

Hier findest du 25 verschiedene Bezeichnungen für Palmöl in Kosmetik und Lebensmitteln.

Hinter diesen Namen verbirgt sich Palmöl:

  • Cetearyl Alcohol
  • Cetyl Alcohol
  • Cetyl Palmitate
  • Elaeis Guineensis (der botanische Name der Ölpalme)
  • Ethylpalmitat
  • Ethylhexylpalmitat bzw. Octylpalmitat
  • Fettsäureglycerid
  • Glycerin (bei veganen Produkten entweder aus Kokosöl oder Palmöl hergestellt)
  • Glyceryl (Stearate)
  • Glycerinfettsäureester
  • Hydrierte Fettsäure-glyzeride
  • Lactylmilchsäureester Natriumsalz / Natriumlaurylsulfat
  • Magnesium Stearate
  • Natriumdodecylpoly(oxyethylen)sulfat
  • Natriumlaurylsulfat
  • Palmate (z.B. Sodium Palmate – Natriumsalze von Palmöl-Fettsäuren)
  • Palmfruchtöl
  • Palmitate
  • Palmitinsäure
  • Palmitoyl Oxostearamide
  • Palmitoyl Tetrapeptide-3
  • Palmitylalkohol bzw. 1-Hexadecanol
  • Palmolein
  • Palmstearin
  • Pflanzenfett
  • Palmkern
  • Palmkernöl
  • Pflanzenöl
  • PEG-100 Stearate
  • Polyglyceryl-2-Caprate
  • Stearate
  • Stearic Acid
  • Stearinsäure
  • Sodium Cetearyl Sulfate
  • Sodium Kernelate
  • Sodium Lauryl Sulfoacetate
  • Sodium Palm Kernelate
  • Steareth -20
  • Zink Stearate

Palmöl wird leider auch in Naturkosmetik verwendet, hier allerdings in der Regel zumindest zertifiziert. Es gibt einige, wenige Kosmetika ohne Palmöl, die aber oft nur in speziellen Shops zu finden sind. Komplett darauf zu verzichten, ist also schwierig. Viele zertifizierte Naturkosmetik-Hersteller verwenden zumindest „besseres“, bio-zertifiziertes Palmöl.

 

8. UV-Filter und UV-Absorber: nicht nur in Sonnencreme

Viele Pflegeprodukte und Kosmetika wie Sonnencremes, Lippenbalsam und Make-Up enthalten UV-Filter oder UV-Absorber. UV-Filter sollen dafür sorgen, dass die Haut vor schädlichen UV-Strahlen geschützt ist. UV-Absorber sollen die Kosmetikprodukte selbst vor UV-Strahlen schützen.

Benzophenone ist ein bedenklicher UV-Filter

 

Viele chemische UV-Filter gelten als bedenklich: Sie stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, Allergien auslösen zu können und/oder sogar krebserregend zu sein.

Der UV-Filter Benzophenone beispielsweise wurde von der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) als möglicherweise krebserzeugend eingestuft und verursachte im Tierversuch Veränderungen des Hormonsystems (endokriner Disruptor). Zudem kann die Chemikalie, wenn sie etwa mit der Sonnencreme ins Meer gelangt, Korallen schädigen.

Auch die UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamat und 4-Methylbenzylidene Camphor zeigten im Tierversuch eine hormonelle Wirkung. Für die UV-Filter Homosalate und Octocrylene wurde im Zellversuch ebenfalls eine hormonelle Wirkung nachgewiesen. Auch Isoamyl Methoxycinnamate und Octyl Methoxycinnamate stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

 

Sonnencremes enthalten oft bedenkliche UV-Filter.

 

So kann man chemische UV-Filter erkennen

Chemische UV-Filter stecken unter anderem hinter den Bezeichnungen

  • Benzophenone-3
  • Benzophenone-4
  • Benzophenone-5
  • Ethylhexyl Methoxycinnamat
  • Octocrylene
  • Homosalate
  • Isoamyl Methoxycinnamate
  • Octyl Methoxycinnamate,
  • 4-Methylbenzylidene Camphor
  • Butyl Methoxydibenzolmenthane
  • Ethylhexyl Dimethyl PABA

 

Auch Titanium Dioxide und Zinc Oxide sind UV-Filter – allerdings handelt es sich hier um mineralische UV-Filter, die vereinfacht gesagt die UV-Strahlung auf der Haut reflektieren. Bei Sonnencremes empfehlen wir (Bio-)Produkte mit mineralischen Filtern. Wie erkennt man, was in Kosmetik steckt? 150922-inhaltsstoffe-kosmetik-codecheck-w_tanatat_698x800

Auf der Verpackung von Pflegeprodukten müssen alle Inhaltsstoffe angegeben sein. In der EU ist dafür eine bestimmte Form vorgeschrieben: Die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) legt fest, welche Substanzen wie deklariert werden müssen. Die Auflistung chemischer Bezeichnungen ist allerdings für den Durchschnitts-Verbraucher nicht immer leicht zu verstehen.

Wer gesundheits- und umweltschädliche Substanzen in Pflegeprodukten vermeiden will, sollte zertifizierte Naturkosmetik-Produkte kaufen. Die gibt es inzwischen fast überall und für jedes Budget.

In Naturkosmetik stecken deutlich weniger bedenkliche Inhaltsstoffe. Aber auch dort werden gesundheitsschädliche Substanzen verwendet. Achten Sie auf sich und haben sie ein wachsames Auge auf die Inhaltsstoffe, somit helfen Sie sich selbst gesund zu bleiben.

 

 

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