Natürliche Schmerzmittel aus der Natur

Liste mit 10 Heilpflanzen gegen Schmerzen


Weidenrindentee

 

1. Weidenrinde (Salix spp.)

Die Weidenrinde ist ein bei uns gut bekanntes natürliches Schmerzmittel. Es enthält Salicin und Derivate dieses Stoffes, welches im Körper zu Salicylsäure umgewandelt wird. Salicylsäure wirkt erwiesenermaßen schmerzlindernd, fiebersenkend und antirheumatisch. Wen wundert´s: Sie ist der Grundstoff für das pharmazeutische, extrem bekannte Schmerzmittel Aspirin (Acetylsalicylsäure).

Interessanterweise wirkt die Weidenrinde noch stärker schmerzhemmend, als es durch den Gehalt an Salicin erklärbar ist. Das bedeutet, dass die anderen Inhaltsstoffe eine synergetische Wirkung haben und die Weide so zu einem hervorragenden natürlichen Schmerzmittel machen.

Keine Wirkung ohne Nebenwirkungen – in Überdosierungen kann die Weidenrinde natürlich toxisch wirken und die Leber belasten. Es wurde in einer Studie festgestellt, dass sie deutlich weniger Magenschleimhautreizung erzeugt, als Aspirin es tut.
Insgesamt handelt es sich hier um ein vergleichsweise sehr gut untersuchtes natürliches Heilmittel, welches schon seit langer Zeit in der Medizin eingesetzt wird.

Früher als es noch keine Schmerztabletten gab, haben die Menschen Weidenrindentee getrunken, wenn sie Fieber oder Schmerzen hatten.

Anwendung

Weide kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Weide anzuwenden ist als Weidenrinden-Tee. Für einen Weiderinden-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Weidenrinde mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis fünf Tassen täglich.

Tinktur

Um eine Weide-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Weidenrinde in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen. Außerdem hilft Weidenrinde gegen rheumatische Erkrankungen und Entzündungsvorgänge.

 

2. Arnika (Arnica montana)

Die Arnika ist eine weitere seit langem verwendete Heilpflanze, die auch in unseren Breiten recht bekannt ist. Sie enthält diverse Sesquiterpenlactone, welche wohl für die schmerzhemmende, entzündungshemmende und antibiotische Wirkung der Arnika verantwortlich sind.

Diese sind wissenschaftlich auch bestätigt, allerdings wird nur noch die äußerliche Anwendung empfohlen (also als Salbe, Tinktur oder in Tee getränkte Wickel).
Bei Prellungen und sonstigen schmerzhaften Verletzungen (solange es sich nicht um eine offene Wunde handelt), ist das definitiv eine Überlegung wert.
Verwendet werden übrigens die Blüten.

Bei der oralen Aufnahme können Vergiftungssymptome, bis hin zur Herzrhythmusstörung, auftreten.

Achtung! Arnika ist so scharf, dass sie in vielen Fällen am besten verdünnt angewendet wird. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf Arnika. Für die, die sie vertragen ist sie jedoch ein starkwirkendes Mittel bei Verletzungen aller Art.

Johanneskraut bei nervenbedingten Schmerzen 1

3. Johanneskraut

Nervenschmerzen? Dagegen ist ein Kraut gewachsen!

Das Johanniskraut ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen.

Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen sogar von der Schulmedizin bestätigt.

Nun kann man die Inhaltsstoffe mit Namen (hauptsächlich Hypericin, Hyperforin) benennen und weiß aus gesicherten klinischen Studien, dass Johanniskraut antidepressiv, antiviral, krampflösend, beruhigend und schmerzlindernd wirkt, sowie tonisierend für Leber und Gallenblase, hilft uns auch bei Nervenschmerzen verschiedenster Art.

Anwendung: Man kann das gesamte, oberirdische blühende Kraut z.B. für einen milden stimmungsaufhellenden Tee verwenden, insbesondere für den dunklen Winter trocknen.


4. Nelke / Gewürznelke (Syzygium aromaticum)

Die Nelkenblüten sind natürlich als intensives Gewürz für allerlei Speisen bekannt. Sie sind auch sehr gesund, da sie einen sehr hohen Gehalt an Antioxidantien haben und entzündungshemmend, antibakteriell und eben auch schmerzhemmend wirken.

Gewürznelke ist allerdings ein recht spezifisches pflanzliches Schmerzmittel, da es nicht oral eingenommen wird, entweder gekaut oder gekocht und als Mundspülung zu verwenden.
Es hilft nämlich hervorragend gegen Zahnschmerzen, etwa nach einer Wurzelbehandlung oder dem Ziehen der Weisheitszähne.
Einfach ein bis zwei Nelkenblüten zerkauen und im Mund belassen, nach etwa einer Minute ist dann eine deutliche schmerzstillende Wirkung bemerkbar! Gekocht kann man einen Esslöffel voll Nelken in 500 ml Osmose Wasser kochen, je nach Geschmack und Konzentration kann man das Wasser auf bis zu 300-400 ml runterkochen oder man füllt noch Wasser nach.

Habt ihr die Zahnschmerzen spontan und nicht nach einer ärztlichen Behandlung, geht zum Zahnarzt und lasst es überprüfen! Die Nelken helfen nur um die Schmerzen zu unterdrücken, nicht gegen Karies & Löcher.

Man kann übrigens auch eine Nelken-Tinktur mit Wasser verdünnen und die schon oben erwähnte selbstgemachte Mundspülung zum Gurgeln gegen Halsschmerzen verwenden. Der entzündungshemmende Effekt ist auch hier hilfreich!

Lindenbaum - groß und majestaetisch


 

5. Linde / Lindenblüten (Tilia spp.)

Die Blüten der Sommerlinde & Winterlinde sind in unserer Volksmedizin und auch in der modernen Pflanzenheilkunde sehr bekannt, meist werden sie als Tee gegen Erkältung, Grippe, Rheuma, Husten und sonstige Halsprobleme eingesetzt.

Sie wirken jedoch auch schmerzstillend bei krampfartigen Schmerzen wie Menstruationskrämpfen und Magenkrämpfen. Außerdem hilft Linde gegen Verdauungsbeschwerden und Störungen des Nervensystems wie Kopfschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen. Man kann die Lindenblüten recht einfach selbst sammeln oder man kauft sie sich in Bioqualität.

Tee

Für einen Linde-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Lindenblüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Tinktur

Um eine Lindeblüten-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Linde in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Thymian nicht nur als Gewuerz

6. Thymian

Der Thymian ist nicht nur eine interessante Gewürzpflanze, sondern auch eine wichtige Heilpflanze im Bereich Husten und Desinfektion. Die ausdauernde Pflanze wächst Jahr für Jahr tapfer im Kräutergarten und duftet würzig vor sich hin. Im Sommer lässt er kleine zartrosa Blüten sprießen. Bis in den Winter hinein kann man frische Blätter ernten.

Die kleinen Blätter lassen sich ziemlich leicht vom holzigen Stängel rebeln und als Küchengewürz oder Tee verwenden. Provenzalische Kochrezepte kann man sich ohne Thymian kaum vorstellen.

Als Heilpflanze ist der Thymian der reinste Tausendsassa. Es gibt kaum ein Einsatzgebiet, wo der Thymian nicht helfen könnte. Seine größte Stärke liegt jedoch in seiner heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane. Hilfreich auch bei Menstruationsschmerzen, stumpfen Verletzungen, wie Quetschungen, Verstauchungen, Gelenkschmerzen u.v.m.

Tee

Man übergießt einen Teelöffel Thymiankraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt den Tee fünf Minuten ziehen. Man kann den Tee mit Honig süßen, um die Wirkung noch zu verstärken. Diesen Tee trinkt man in kleinen Schlucken und lässt auch den Dampf des Tees auf sich wirken.


7. Pfefferminze (Mentha piperita)

Neben Kamille ist die Pfefferminze eine der wenigen Heilkräuter, die fast jeder Haushalt auf Lager hat, wenn auch nur als eine wohlschmeckende Teesorte.

Bei Bauchschmerzen ist ein Pfefferminztee eine gute Idee, da er erwiesenermaßen krampflösend und schmerzhemmend wirkt!
Auch das ätherische Pfefferminzöl wird arzneilich eingesetzt, es kann äußerlich an die Schläfen gegen Kopfschmerzen aufgetragen werden oder auch gegen Gelenkschmerzen und Muskelkater schmerzlindernd wirken.

Auch in einer Mundspülung (natürlich verdünnt mit Wasser) zum Gurgeln kann es eingesetzt werden, um Halsschmerzen zu lindern und den entzündungshemmenden Effekt der Minze zu nutzen.


Kurkuma mit schwarzem Pfeffer

8. Kurkuma / Gelbwurz (Curcuma longa)

Diese Gewürz-Knolle und Heilpflanze wurde und wird in der Ayurveda bereits seit langer Zeit gegen viele Krankheiten und Symptome eingesetzt. Sie wird hierzulande immer beliebter, auch wenn teils falsche Informationen und zu euphorische Heilsversprechen bezüglich Kurkuma gemacht werden.

Dennoch ist sie definitiv sehr gesund und es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu vielen positiven Wirkungen, die Kurkuma hat. Dazu gehört auch eine schmerzhemmende Wirkung, die sogar in klinischen Tests an Menschen bestätigt wurde.

Hier muss man jedoch die richtige Dosierungen finden, da eine zu hohe Dosis auch Nebenwirkungen haben kann (wenn auch keine drastischen).
Da die Bioverfügbarkeit vom Hauptwirkstoff Kurkumin eher schlecht ist, sollte man das Kurkuma mit schwarzem Pfeffer und eventuell etwas Fett kombinieren, das verbessert die Aufnahme deutlich.

echter Lein - vergessene Pflanze gegen Schmerzen


9. Echter Lein (Linum usitatissimum L.)

Früher war der Lein eine wichtige Pflanze, um daraus Kleidungsstoffe herzustellen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Leinen gehörte zu den edlen Stoffen früherer Zeit, weil es fein und kühlend ist.

Heutzutage ist vor allem der Lein-Samen beliebt, denn in Feuchtigkeit eingebracht er ist so schleimig, dass er harten Stuhlgang weicher macht und so gegen die verbreitete Verstopfung hilft. Die einhüllenden und lindernden Eigenschaften des Leins kann man auch gegen Entzündungen in den Atemwegen und Verdauungsapparat einsetzen.

Außerdem werden entzündliche Hautprozesse gelindert.

Tee

Aus den Samen kann man einen Tee aufbrühen, der eine positive Wirkung auf die Harnsysteme hat. Umschlag Ein Umschlag aus zerquetschten oder gemahlenen Samen hilft gegen Bronchitis, Husten, Hautentzündungen, Geschwüren. Ein Umschlag aus einem kurz aufgekochten Samenbrei hilft gegen Furunkel. Solch einen Breiumschlag kann man auch mit Honig und Olivenöl ergänzen, um die Heilwirkung gegen Furunkel zu verstärken.

Leinöl

Das aus Leinsamen gepresste Öl hilft gegen Hautauschläge. Leinöl wird auch als eröffnendes Klistier eingesetzt. Eine innerliche Kur mit Leinöl (50 Gramm je Trunk) hilft bei Gallensteinkoliken.

Täglich ein Löffel Leinöl beugt dem Herzinfarkt vor.

Homöopathie

Das Mittel wird aus den Blüten hergestellt und wirkt gegen Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, chronischer Durchfall und Zungenlähmung.



10. Kamille (Matricaria chamomilla)

Die Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa. Zu Recht verwenden viele Großmütter die Kamille für alle Arten von Beschwerden, denn sie kann als wahrer Tausendsassa eingesetzt werden. Leider ist sie in der freien Natur kaum noch anzutreffen, weil sie die Nähe von Getreide liebt, dort wird sie aber bekämpft.

Als Ausgleich dafür kann man sie aber in jedem Supermarkt zumindest als Beuteltee kaufen.

Die Kamille ist so bekannt, dass wohl jeder ihren typischen Duft kennt.

Die Wirkungen der Kamille sind mannigfaltig. Sie wirkt krampfstillend, antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzstillend, beruhigend, austrocknend, blähungswidrig und wundheilend.

Sie kann als Tee oder Tinktur eingesetzt werden.

Zu Beachten ist: bei der Wundheilung mit Kamille muss beachtet werden, dass sie eine stark austrocknende Wirkung hat, die nicht in allen Fällen erwünscht ist (z.B. bei besonders trockener Haut).

Anmerkung der Redaktion:

In Krisenzeiten gibt es Versorgungsengpässe auch in Apotheken. Genau dann ist es hilfreich in diesen Zeiten zu wissen, was man in der Natur suchen muss um Schmerzen zu lindern. Hier erhaltet Ihr eine kleine Liste von Pflanzen mit durchschlagender Wirkung. Mittlerweile wissen die meisten Menschen, dass die Pharmaindustrie genau aus diesen Pflanzen ihre teuren Mittelchen gewinnen. Daher scheut Euch nicht, die Natur so zu nutzen, wie sie sich Euch darbietet. Meist ist die Wirkung der Pflanzen in Kombination mit den anderen Pflanzenbestandteilen wesentlich stärker in ihrem Ergebnis als die isolierten Bestandteile in den angebotenen Medikamenten.

Bleibt in Eurer Mitte und seid stark in Eurem Denken und Handeln! Vor allem verbindet Euch und helft Euch gegenseitig, dann werdet Ihr jede Krise meistern!
Nur gemeinsam sind wir stark!

Eure RedSand

 

 

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